Pi Rezept: Einrichtung eines privaten Git-Server unter Raspbian

Versionierungssysteme wie Git, Subversion bieten Software-Entwicklern eine komfortable Möglichkeit zur Versionierung von Dateien. Im Gegensatz zu Subversion ist Git jedoch kostenpflichtig, zumindest wenn man sein Repository privat halten möchte. In diesem Projekt nutzen wir für diesen Zweck, den Raspberry Pi als Git-Server zur Bereitstellung eines Repository.

Zutaten:

  1. Raspberry Pi 2B oder 3B
  2. MicroSD Karte (16 GB)
  3. WLAN oder LAN-Verbindung
  4. USB-Stick (Größe nach Bedarf)
  5. Raspbian Jessie (mit oder ohne Pixel)
In diesem Projekt verwende ich die Lite Version von Raspbian Jessie, da eine Desktopumgebung eigentlich nicht unbedingt erforderlich ist.

Schritt 1 – Raspbian Installation (Windows)

Nach dem Download entpacken wir die Zip-Datei. In dem neu erstellten Ordner befindet sich nun die Image-Datei, welche wir auf unsere SD-Karte schreiben werden. Dies bewerkstelligen wir mit dem schon bekannten Win32-Disk-Imager.

Win32DiskImager

Abb. 1 – Win32DiskImager

Über das Ordner-Icon erreichen wir den Dateiauswahl-Dialog. Hier wählen wir die zuvor entpackte Raspbian Image Datei.

Achtung: Achtet darauf, dass das richtige Laufwerk ausgewählt ist. Nicht, dass ihr versehentlich eure Festplatte formatiert.

Nun schreiben wir das Image, durch Auswahl von „Write“,  auf die SD-Karte. Es erscheint folgende Warnmeldung.

Abb. 2 – Win32DiskImager – Warnmeldung

Wir vergewissern uns noch einmal, dass auch das korrekte Laufwerk ausgewählt wurde und bestätigen den Schreibvorgang mit „Yes“. Nach ein paar Minuten, sollte der Schreibvorgang erfolgreich abgeschlossen sein.

Abb. 3 - Schreibvorgang erfolgreich abgeschlossen

Abb. 3 – Schreibvorgang erfolgreich abgeschlossen

Schritt 2 – SSH Verbindung aufbauen

Bevor wir mit der Installation von Git starten können, müssen wir uns via SSH mit unserem Raspberry verbinden. Hierfür muss zuerst SSH unter Raspian aktiviert werden. Für eine headless Installation (ohne Desktop) muss zuerst unter /boot eine leere Datei names SSH angelegt werden.

Nach einem Neustart ist SSH aktiviert

Nutzen wir die grafische Oberfläche können wir SSH über das Raspian Konfigurationsprogramm aktivieren.

Hierfür öffnen wir ein Terminal und rufen

auf und aktivieren unter Interfaces SSH. Nach einem Neustart ist SSH für die grafische Benutzeroberfläche aktiviert.

Um uns nun zu verbinden, benötigen wir entweder die IP-Adresse des Raspberry Pi oder den Hostname. Bei Raspbian ist dieser standardmäßig auf raspberrypi gesetzt. Diesen Hostname können wir nun für unsere SSH-Verbindung benutzen. Als SSH-Client verwende ich Putty.
 

Abb. 4 - Putty Hauptbildschirm

Abb. 4 – Putty Hauptbildschirm

Nach der Installation von Raspbian sind noch die voreingestellten Zugangsdaten aktiv.

Diese solltet ihr beim ersten Login ändern. Dies erreicht ihr über die Eingabe von:

Nun verbinden wir uns mit dem Pi:

Abb. 5 - SSH - Sicherheitswarnung

Abb. 5 – SSH – Sicherheitswarnung

Putty warnt uns, dass der RSA-Fingerprint des Raspberry’s noch nicht in unsere Registry eingetragen ist. Wir bestätigen mit einem Klick auf „OK“, dass wir dem Pi vertrauen möchten. Anschließend befinden wir uns direkt bei der Eingabe der Zugangsdaten.

Abb. 6 - Raspbian Anmeldung

Abb. 6 – Raspbian Anmeldung

Wir melden uns nun mit unseren Zugangsdaten an.

Abb. 7 - Raspbian - Startverzeichnis

Abb. 7 – Raspbian – Startverzeichnis

Schritt 3 – Aktualisierung des Systems

Damit unser Raspbian sich auch auf dem aktuellen Stand befindet, führen wir zuerst ein Update unserer Pakete aus. Hierfür geben wir folgende Befehle nacheinander ein.

Update

Abb. 8 - Update der Quellen

Abb. 8 – Update der Quellen

Upgrade

Abb. 9 - Upgrade

Abb. 9 – Upgrade

In Folge des Upgrades wird uns hier die Changelog Datei angezeigt. Mit „q“ beenden wir die Anzeige und fahren mit dem Upgrade des Systems fort.

Neustart

Nachdem unser Raspberry neu gestartet wurde, verbinden wir uns (wie in Schritt 2 beschrieben) erneut via SSH mit Raspbian.

Schritt 4 – Git Installation

Nun ist es endlich soweit, wir installieren Git auf unserem Raspberry Pi. Hierfür rufen wir uns die aktuellen Quellen aus dem Repository ab:

Abb. 10 - Installation der Git-Quellen

Abb. 10 – Installation der Git-Quellen

Schritt 5 – Git Verzeichnis konfigurieren

Nach dem wir alles installiert haben, können wir nun unser erstes Projekt unserem Git hinzufügen. Als Test erstellen wir uns nun ein Projektverzeichnis innerhalb unseres home Verzeichnisses.

Jetzt ist es Zeit dieses Verzeichnis in Git zu registrieren.

Abb. 11 - Projektverzeichnis in Git registrieren

Abb. 11 – Projektverzeichnis in Git registrieren (1/2)

Jetzt ist es Zeit dieses Verzeichnis in Git zu registrieren.

Wir erhalten eine Bestätigung, dass unser Verzeichnis nun unter Git-Versionierung steht.

Schritt 6 – Zugriff auf euer Git-Projekt

Nun schaffen wir uns noch eine Verknüpfung für den späteren Zugriff auf unser Repository.

Das war auch schon alles. Nun läuft auf unserem Raspberry Pi ein vollständiger Git-Server. Dieses portable Repository könnten wir jetzt überall hin mitnehmen, oder wir erweitern das Projekt noch so, dass wir via Dyndns eine IP erhalten, unter der wir auf das Repository via Internet zugreifen können. Ich hoffe, euch hat dieser Artikel gefallen. Solltet ihr Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel haben, dann postet diese gerne in den Kommentaren.

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